top of page
Profilbild II.jpg
"Ich male aus Zuneigung. Meine Bilder entstehen aus einer Balance zwischen sachlicher Beobachtung der Realität und deren poetischer Interpretation."
Julia Belot
Interview

Was hat dich dazu inspiriert, Künstlerin zu werden, und wann hast du angefangen, dich ernsthaft mit Kunst zu beschäftigen?

Gemalt und gezeichnet habe ich immer, solange ich mich erinnern kann. Das Leben um mich herum war eine unendliche Inspirationsquelle. Von einem gern malenden Mädchen zu einer Künstlerin ist es aber ein langer Weg.

Um das Leben besser zu verstehen, habe ich Biologie studiert. Um in der Kunst nicht oberflächlich zu sein, habe ich Kunst studiert. Um einen anderen Blickwinkel zu bekommen, bin ich nach Deutschland gegangen. Um mich in Deutschland richtig zu integrieren, habe ich Kommunikationsdesign studiert. Danach war die Zeit reif. Ich bin eine Künstlerin geworden.

Welche Künstler oder Kunstrichtungen haben deinen Stil und deine Werke am meisten beeinflusst?

Vrubel, Sorolla, Serow, Laserstein… Künstler_innen, die die Realität so malen, dass sie noch treffender und unmittelbar wiedererkennbar erscheint. Ob Landschaft oder Gesicht – das spielt keine Rolle.

Es gibt Gemälde, die für mich eine Essenz der Realität in sich tragen. Sie sind meine Orientierung.

Könntest du uns durch den kreativen Prozess führen, den du durchläufst, wenn du ein neues Werk schaffst?

Am Anfang steht immer ein Gefühl, das ich festhalten möchte. Es ist untrennbar mit der Realität verbunden: ein Licht auf den Sträuchern am Fluss, die Kopfdrehung eines Kindes, die Erinnerung an einen Herbstabend mit langen Schatten auf dem Gehweg.

Ich entwickle die Komposition und lasse alles Überflüssige und Zufällige weg. Wenn die Vorstellung klar wird, beginne ich zu malen.

Das Beste daran ist, dass ich beim Malen in dieses Gefühl eintauche – in etwas, das ich nicht vergessen möchte – und lange und intensiv spüre, das in mir nachhallt.

Ballonblume 170x80 2018.jpg

Gibt es ein bestimmtes Thema oder eine Botschaft, die du in deinen Arbeiten vermitteln möchtest?

Ich male das Lebendige und das Positive. Traumatische Ereignisse, Konflikte oder Dramen finden keinen Platz in meinen Bildern. Auch Politik und Religion bleiben ihnen fern.

Das Lebendige ist für mich immer auch vergänglich. Ich male aus Zuneigung. Ich male Momente, die ich wegen ihrer Schönheit und Wärme festhalten möchte. Ich male meine persönlichen Schätze.

Was war bisher die größte Herausforderung auf deinem künstlerischen Weg, und wie bist du damit umgegangen?

Sich selbst treu zu bleiben, während du mit der eigenen Arbeit in der Öffentlichkeit steht, ist nicht immer einfach.

Ich begann, meine Pflanzen, Tiere und Menschen zu malen – zu einer Zeit, in der die Kunst  um mich herum stark von Abstraktion geprägt war. Diesen eigenen Weg dennoch weiterzugehen, war eine wichtige Erfahrung.

Gibt es Techniken und Materialien, die du bevorzugst?

Während meines Kunststudiums habe ich viele Techniken ausprobiert, bin aber beim klassischen Öl auf Leinwand geblieben.

Ich mag alles an dieser Technik. Ich stelle meine Malmittel selbst her – aus Balsamterpentinöl, Leinöl und Dammarharz. Ich mag den Geruch. Ich mag den Widerstand der Leinwand und das Geräusch, das ein borstiger Pinsel beim Malen macht.

Gibt es einen bestimmten Ort, an dem du am liebsten arbeitest?

Ich habe ein wunderbares Atelier in Wiesbaden. Dort finde ich Licht, Raum, Weite – und alles, was ich zum Malen brauche.
Wo siehst du dich und deine Kunst in den nächsten fünf Jahren?

Ich habe bereits viel Erfahrung als freischaffende Künstlerin gesammelt. Auch wenn der Weg nie einfach war, ging es mit meinen Bildern immer voran.

Ich bin zuversichtlich, dass in den kommenden Jahren noch viele Menschen meine Arbeiten entdecken und lieben werden. Ich freue mich auf neue Begegnungen, neue Projekte und auf die Bilder, die noch entstehen.

Hast du eine "Philosophie", die dich in deinem kreativen Ausdruck leitet?

Ich glaube daran, dass Aufmerksamkeit eine Form von Liebe ist.

Wenn ich male, richte ich meinen Blick ganz bewusst auf das, was leise ist und oft übersehen wird – ein Licht, eine Bewegung, eine Stimmung. In diesem genauen Hinsehen liegt für mich etwas Wesentliches: eine Nähe zur Welt.

Ich versuche nicht, etwas zu erfinden, sondern etwas sichtbar zu machen, das bereits da ist – nur flüchtig.

Vielleicht ist meine Haltung einfach diese: die Vergänglichkeit und das Schöne ernst zu nehmen.

Welchen Rat würdest du anderen jungen Künstlern geben, die gerade erst anfangen?

Wenn du einen starken Plan A hast, der dir viel bedeutet und den du verwirklichen möchtest, dann verschwende keine Kraft und keine Gedanken an einen Plan B.

Preisanfrage

Danke für Ihre Anfrage. Sie erhalten in kürze eine Antwort!

bottom of page