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„Je tiefer das Blau wird, desto mehr ruft es den Menschen in das Unendliche, weckt in ihm die Sehnsucht nach Reinem und schließlich Übersinnlichem.“ Wassily Kandinsky  

Ausstellende Künstlerinnen und Künstler 

Bernd Brach 

Bernd Brach (*1946) zählt zu den prägenden Künstlerpersönlichkeiten Wiesbadens. Seit mehr als vier Jahrzehnten entwickelt er ein vielschichtiges Werk aus Malerei, Zeichnung, Objektkunst und Installationen. Nach seinem Studium an der Werkkunstschule Wiesbaden, deren Ausbildung vom Bauhaus-Gedanken geprägt war, fand er Mitte der 1990er Jahre zu dem Material, das sein Schaffen bis heute entscheidend bestimmt: Wachs. In der Tradition der Enkaustik entstanden Arbeiten von großer sinnlicher Präsenz, deren charakteristische Oberflächen zwischen Malerei und Relief vermitteln. 

Brachs Werke bewegen sich zwischen Figuration und Abstraktion. Fragmentierte Körperformen, Gesteins- und Landschaftsanmutungen sowie existenzielle Themen wie Erinnerung, Vergänglichkeit und menschliche Verletzlichkeit prägen sein Œuvre. Seine Arbeiten wurden in zahlreichen Ausstellungen präsentiert und sind ein bedeutender Beitrag zur zeitgenössischen Kunstszene Wiesbadens und darüber hinaus.

Reinhard Roy

Reinhard Roy (*1948 in Klitten, Niederschlesien) zählt zu den bedeutenden Vertretern der Konkreten Kunst in Deutschland. Nach seinem Studium an der Hochschule für Kunst und Design Burg Giebichenstein entwickelte er ein eigenständiges Werk aus Malerei, Relief, Skulptur und Raumgestaltung, das seit Jahrzehnten national und international ausgestellt wird. Seine Arbeiten befinden sich in öffentlichen, institutionellen und privaten Sammlungen im In- und Ausland.

Seit Mitte der 1980er Jahre bildet das Raster den Ausgangspunkt seiner künstlerischen Sprache. Aus Punkten, Linien, Kreisen und geometrischen Strukturen entwickelt Roy komplexe Bild- und Raumordnungen, die mathematische Präzision mit sinnlicher Wahrnehmung verbinden. Farbe, Licht und Bewegung treten dabei in einen subtilen Dialog und verleihen seinen Werken eine überraschende Leichtigkeit und poetische Ausstrahlung.

Jenseits jeder erzählerischen oder symbolischen Bedeutung erforscht Reinhard Roy die autonomen Möglichkeiten von Form, Farbe und Raum. Seine Arbeiten stehen in der Tradition der Konkreten Kunst und eröffnen zugleich neue Perspektiven auf Ordnung, Rhythmus und Wahrnehmung.

Volker W. Hamann

Volker W. Hamann (*1962 in Stuttgart) lebt und arbeitet in Filderstadt bei Stuttgart. Nach einer mit Auszeichnung abgeschlossenen Ausbildung zum Steinbildhauer ist er seit 1993 als freischaffender Künstler tätig. Internationale Arbeitsaufenthalte und Ausstellungen führten ihn unter anderem nach Asien, Australien und Osteuropa.

Ausgehend von der Bildhauerei entwickelte Hamann ein vielschichtiges Werk aus Skulptur, Fotografie und den von ihm geschaffenen VISBCOR-Bildwerken. Im Zentrum seiner Arbeit stehen die Wechselwirkungen von Material, Licht, Transparenz und Raum. Mit experimenteller Offenheit verbindet er traditionelle handwerkliche Verfahren mit innovativen künstlerischen Ansätzen und schafft Werke, die neue Perspektiven auf Wahrnehmung und räumliche Erfahrung eröffnen.

Heiner Thiel

Heiner Thiel (*1957 in Bernkastel-Kues) lebt und arbeitet in Wiesbaden. Nach dem Studium der Kunstgeschichte an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und der Bildhauerei an der Städelschule Frankfurt entwickelte er ein eigenständiges Werk an der Schnittstelle von Skulptur, Objekt und Konkreter Kunst. Bereits früh wurde seine Arbeit mit Förderpreisen der Stadt Mainz und des Landes Rheinland-Pfalz ausgezeichnet. Heute zählen seine Werke zu zahlreichen öffentlichen und privaten Sammlungen im In- und Ausland.

Im Zentrum von Heiner Thiels Schaffen steht die Erforschung von Form, Farbe und Raum. Seine meist aus anodisiertem Aluminium gefertigten Wandobjekte entfalten ihre Wirkung im Zusammenspiel von Licht, Material und Bewegung des Betrachters. Konkave und konvexe Formen erzeugen virtuelle Farbräume, die sich je nach Blickwinkel verändern und eine überraschende räumliche Tiefe entwickeln.

In der Tradition der Konkreten Kunst verfolgt Thiel einen reduzierten, präzisen Ansatz, der auf jede gegenständliche Erzählung verzichtet. Seine Arbeiten thematisieren Wahrnehmung selbst: die Wechselwirkungen von Fläche und Raum, Licht und Farbe, Stabilität und Bewegung. Aus geometrischer Klarheit entstehen Werke von großer visueller Präsenz, die den Betrachter zu einer intensiven Erfahrung von Raum und Farbe einladen.

Evelyne Eckstein 

Evelyne Eckstein (*1973 in Seoul, Südkorea) lebt und arbeitet in Diez. Nach ihrer Immigration nach Deutschland im Jahr 1979 wuchs sie in Hamburg auf. Sie studierte zunächst Freie Kunst und später Philosophie, Kunstgeschichte und Germanistik. Ihre künstlerische Praxis wird von einer intensiven Auseinandersetzung mit Wahrnehmung, Natur und Farbe geprägt.

Im Zentrum ihres Werkes stehen abstrahierte Landschaften, die weniger konkrete Orte als vielmehr atmosphärische Zustände erfahrbar machen. Ausgehend von Eindrücken von Licht, Luft und Stimmung entwickelt Evelyne Eckstein eine reduzierte Bildsprache, in der Farbe zum eigentlichen Träger der Wahrnehmung wird. Mit selbst angerührter Eitempera und Öl entstehen vielschichtige, leuchtende Malereien, die zwischen Sichtbarkeit und Imagination, Gegenwart und Erinnerung oszillieren. Ihre Werke laden zu einer kontemplativen Betrachtung ein und eröffnen Räume für persönliche Assoziationen.

Wolfgang Blanke 

Wolfgang Blanke (*1948 in Münster) lebt und arbeitet seit 2016 in Wiesbaden. Nach Jahren als Seemann studierte er Malerei an der Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe sowie Kunstgeschichte und Archäologie in Mainz. Seine gegenständliche Malerei umfasst Landschaften, Küstenansichten, Stadtbilder und Stillleben. Charakteristisch ist seine intensive Auseinandersetzung mit dem Material: Blanke stellt seine Farben selbst aus Pigmenten, Ölen, Wachsen, Harzen und anderen Bindemitteln her und erforscht deren malerische Möglichkeiten seit Jahrzehnten. Als Gründer der Wolfgang-Blanke-Stiftung engagiert er sich darüber hinaus für die Förderung der Malerei.

Petra Ehrnsperger

Petra Ehrnsperger (*1963 in Nürnberg) studierte Malerei, Design und Kalligrafie an der Fachhochschule für Gestaltung Wiesbaden und arbeitet seit 1989 als freischaffende Künstlerin. Neben ihrer eigenen künstlerischen Praxis ist sie seit vielen Jahren als Dozentin tätig und gründete 2005 den KunstRaum Mainz.

Im Zentrum ihres Werkes steht die abstrakte Malerei. Mit Acryl, Pigmenten, Tuschen und weiteren Materialien entwickelt sie vielschichtige Bildräume, die zwischen Bewegung und Stille, Verdichtung und Auflösung oszillieren. Schichtungen, Überlagerungen und gestische Spuren lassen Assoziationen an Landschaften, Naturkräfte und Prozesse des Wandels entstehen, ohne diese konkret abzubilden. Ihre Arbeiten eröffnen offene Bildwelten, die Wahrnehmung, Erinnerung und Veränderung thematisieren.

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Lisa Harms

Lisa Harms (*1985 in Omsk, Sibirien) lebt und arbeitet in Au am Rhein bei Karlsruhe. In ihrer künstlerischen Arbeit verbindet sie Malerei, Theaterschauspiel und poetische Reflexion zu einer vielschichtigen Auseinandersetzung mit Fragen von Identität, Erinnerung und Zugehörigkeit. Ausgangspunkt ihrer Werke sind persönliche Erfahrungen und die Auseinandersetzung mit ihrer Familiengeschichte, die sie in eine offene, assoziationsreiche Bildsprache übersetzt.

Ein zentrales Thema ihres Schaffens ist die Suche nach Heimat – verstanden nicht als geografischer Ort, sondern als innerer Zustand und kultureller Erfahrungsraum. Dabei verarbeitet sie häufig natürliche Materialien wie Erde, Steinstaub, pflanzliche Stoffe oder Wasser von besonderen Orten, die sie in ihre Arbeiten integriert. Zwischen Erinnerung und Gegenwart, Vertrautem und Fremdem entstehen Werke, die von Herkunft, Verlust, Verbundenheit und der Suche nach Identität erzählen.

Cornelia Stumpf

Cornelia Stumpf (*1967 in Düren) lebt und arbeitet in Wiesbaden. Seit mehr als drei Jahrzehnten beschäftigt sie sich mit freier Malerei, Collagen und Wandobjekten. Ihre künstlerische Arbeit verbindet kreative Freiheit mit handwerklicher Präzision und umfasst eine große Bandbreite an Materialien und Techniken – von Acryl-, Öl- und Lackfarben über Pigmente und Eitempera bis hin zur Öl- und Polimentvergoldung.

Im Mittelpunkt ihres aktuellen Schaffens stehen Wandobjekte, in denen unterschiedliche Materialien, Strukturen und Oberflächen aufeinandertreffen. Charakteristisch sind spannungsreiche Kontraste zwischen oxidiertem Metall und Blattgold, geometrischen Formen und organischen Fundstücken. Dabei untersucht Cornelia Stumpf die Vielschichtigkeit von Wahrnehmung und die Wechselwirkungen gegensätzlicher Kräfte. Ihre Arbeiten eröffnen neue Perspektiven auf Material, Raum und Veränderung und laden dazu ein, die Beziehungen zwischen den Polen von Ordnung und Zufall, Beständigkeit und Wandel zu entdecken.

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